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Unsere Zusteller

Die meisten Zusteller sind ausgesprochen treu. Seit 20, 30 oder sogar 40 Jahren tragen sie die Zeitungen ihrer Region aus. Egal ob Hannoversche Allgemeine Zeitung oder Neue Presse, mit Stadtanzeiger oder Heimatzeitungen, die zuverlässigen Frauen und Männer sorgen dafür, dass die Abonnenten zum Frühstück die gewohnte Morgenlektüre aufschlagen können. Ein paar unserer Zeitungsbringer möchten wir hier vorstellen.

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Petra Martin

Irgendwann hatte ich keine Lust mehr, als Verkäuferin in der Bäckerei zu stehen. Da habe ich angefangen Zeitungen auszutragen. Das ist jetzt über zehn Jahre her. Meine Mutter hat früher auch ausgetragen und mein Vater trägt sogar immer noch, trotz seiner 73 Jahre. Manchmal stellen auch meine Kinder zu. Das Zeitungaustragen scheint sich bei uns in der Familie zu vererben.

Den Wechsel habe ich nie bereut, denn bei meiner Arbeit bekomme ich viel Anerkennung. Ab und zu bekomme ich schon mal eine Schachtel Pralinen oder eine Flasche Sekt als Dankeschön, sogar ein kleines Taschengeld ist manchmal drin. Das freut einen natürlich. Klar hat sich mein Lebensrhythmus verändert: Um 1 Uhr, wenn meine Familie schläft, fahre ich los und holte die Zeitungen an der Iltener Straße ab. Das sind 220 Stück, die passen leider nicht auf mein Fahrrad, deshalb nehme ich das Auto. Das parke ich dann einigermaßen zentral, klemme mir 19 Zeitungen unter den Arm – mehr passen nicht – und gehe von Haus zu Haus. Bis 6 Uhr muss ich alle Zeitungen verteilt haben, aber meist bin ich schon halb fünf fertig. Im Winter ist es dann immer noch dunkel, aber Angst habe nicht, ich habe ja meine Taschenlampe. Ohne die geht auf den dunklen Wegen bis zum Briefkasten gar nichts.

Meinen Lohn investiere ich hauptsächlich in Futter für meine Tiere. Ich habe drei Katzen, zwei Ponys und einen Hund. Das Geld ist ein schönes Zubrot. Hoffentlich kann ich den Job genauso lange machen wie mein Vater.

Cedric Schmalstieg

3.55 Uhr. eine Stadt im Tiefschlaf. Selbst am Rudolf-von-Bennigsen-Ufer begegnen mir nur zwei Autos. Doch ich, Cedric Schmalstieg, mit dem Ex-OB weder verwandt noch verschwägert, stehe vorm Chinesen am Uhrturm und bin bereits auf Betriebstemperatur. Es ist ein schöner Morgen, milde Temperatur, kein Regen, kein Schnee und Eis. Besser geht es doch gar nicht.

Ich bin Springer und werde da eingesetzt, wo jemand Urlaub hat oder krank ist. Meistens erfahre ich erst einen Tag vorher, wo ich hin muss, manchmal sogar erst am selben Tag vor der Arbeit. Seit einer Woche trage ich in Döhren aus, kenne die Tour aber schon ganz gut. Schließlich bin ich jung und lerne schnell, z.B. in welche Briefkästen die NP gehört und wer lieber die „Neue Zürcher“ oder die „Welt“ lesen möchte. Obendrein ist der Job gut für die Fitness – und laufend bin ich flott fertig. Ok, ich muss immer rechtzeitig ins Bett. Gestern habe ich nach meiner Ausbildung noch bis 21 Uhr Fußball gespielt, aber dann wurde es auch schon Zeit. Später als 22 Uhr mache ich nie das Licht aus, denn zwischen halb vier und halb fünf klingelt schon wieder der Wecker.

Doch manchmal macht der Job richtig Spaß, dann hängen Dankeschön-Briefchen am Kasten, und von einem Leser habe ich auch schon zehn Euro bekommen. Toll, wenn die Leser sich so dafür bedanken, dass die Zeitung immer pünktlich da ist. Mit dem Austrägerjobs habe ich am Monatsende noch Geld in der Tasche und kann in Urlaub fahren oder shoppen gehen. Ein bisschen Spielraum bei den Finanzen macht das Leben entspannter.

Viertel nach fünf stecke ich die letzte NP in den Kasten, dann muss ich mich ranhalten. Ich muss nach Hause in meine WG, duschen und ab in die Krankenkasse. Da fange ich um halb sieben an. Klingt sehr früh, ist für mich aber kein Problem. Das einzige, was ich jeden Morgen unbedingt brauche, sind zehn ruhige Minuten für einen Kaffee und die NP. Ich bin großer Sportfan, da ist die NP natürlich meine Nummer eins.

Karla Maasberg, 76 Jahre

Seit 17 Jahren bin ich zwischen Philosophenviertel, Stephansstift und Annastift mit 163 Zeitungen unterwegs. Donnerstags sind immer noch die dicke „Zeit“, die FAZ, die „Welt“, die „Süddeutsche“ dabei. Weil meine Tour ganz schön lang ist, nehme ich das Auto. Vorher muss alles gut gepackt sein, damit jeder die Zeitung bekommt, die er so gerne hat. Heute ist trotz Winter ein guter Tag. 3,7 Grad, kein Regen und kaum Wind, Glück gehabt.

Abseits der Kirchröder direkt an der Eilenriede stehen Hannovers Villen auf riesigen Grundstücken. Ich weiß nicht, wie viele zusätzliche Kilometer da täglich auf mich zukommen. Ich schnappe mir ein Dutzend Zeitungen und los geht’s, einmal ums ganze Haus, da ist die Eingangstür. Die Zeitung lege ich direkt davor, weil der ältere Herr nicht mehr so gut zu Fuß ist. Die Leute hier wissen meine Arbeit zu schätzen. Manchmal bekomme ich Briefe und Pakete, und manchmal klebt ein Umschlag am Briefkasten: „Für unsere Zeitungsfee“ oder „Was wäre unser Frühstück ohne Sie?“ Da bin ich dann ganz gerührt. Es muss schön sein, in so einem riesigen Haus zu wohnen, aber die Zwei- Zimmer-Genossenschaftswohnung, die ich von meiner Mutti übernommen habe, ist auch schön. Es ist 5.30 Uhr, jetzt geht es kreuz und quer über das Gelände des Stephanstiftes. Meine Vertretungen brauchen einen Lageplan, ich kenne jeden Winkel.

Endspurt Richtung Freytaghaus. Hier bekomme ich zu Weihnachten auch kleine Geschenke. Der Dezember ist für mich der beste Monat von allen. Um 5.50 Uhr ist Feierabend, dann mache ich mir einen Kaffee und gehe mit der Zeitung wieder ins Bett. Oft schlafe ich noch mal ein. Trotz des kleinen Nickerchens ist für mich abends nach der Tagesschau Schluss, denn um drei Uhr klingelt mich der Wecker wieder aus den Federn.

Helene Mann

Jede Nacht um halb drei klingelt mein Wecker. Wenn in der Stadt noch kaum ein Licht brennt, gehe ich los und lade 250 Zeitungen auf mein Fahrrad. Meine Tour verläuft quer durch Bothfeld von der Tilsiter Straße bis Im Heidkampe, gegen 6 Uhr bin ich fertig. Das ergibt erstens einen guten Zuverdienst für die Haushaltskasse, und zweitens mache ich Sport und bin an der frischen Luft.

Auf meiner Tour sind fast nur Einfamilienhäuser. Weil ich ab und zu muss lange, unbeleuchtete Toreinfahrten entlanglaufen muss, um zum Briefkasten zu gelangen, habe ich immer ein kleines elektrisches Licht dabei, denn vor manchen dunklen Ecken habe ich schon Respekt.

Ich treffe aber auch regelmäßig auf bekannte Gesichter. Ein junger Mann auf dem Weg zu seinem Auto freut sich, dass er seine Zeitung gleich mitnehmen kann. Genauso der Rentner, der am Kiosk seinen Kaffee trinkt. Das ist eine eingeschworene Gemeinschaft, frühmorgens in Bothfeld.

Wenn ich nach Hause komme, mache ich Frühstück für meine beiden Kinder, bevor die zur Schule müssen. Dann geht es für mich stramm weiter, denn ich trage auch noch die Citipost aus. Mittags koche ich für die Kinder, dann steht Hausarbeit auf dem Programm. So ein Tag ist bei mir gut durchorganisiert, aber ich mag meinen Job. An das frühe Aufstehen habe ich mich gewöhnt. Nur manchmal ärgere ich mich. Wenn nämlich Zeitungen verschwinden. Vermutlich stiehlt sie jemand aus den Briefkästen. Viele Abonnenten beschweren sich aber erst einmal über mich. Ich will, dass endlich geklärt wird, wo diese Zeitungen bleiben, denn ich liefere sie jeden Morgen pünktlich ab.

Auf der anderen Seite bekommen wir auch für unsere zuverlässige Zustellung in der Weihnachtszeit von manchen Abonnenten eine kleine Aufmerksamkeit. Das freut mich dann.

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